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devotion
Performance / Installation
Janet Grau + Doreen Uhlig

Dienstag, 4. September, 10 Uhr bis Samstag, 8. September 2001, 14 Uhr (100 Stunden) im büro für kunst, Dresden

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dialog

Die Künstlerinnen bewohnten während der fünftägigen Performance eine Installation, die zwei stilisierte und kommunikativ aufeinander bezogene Privaträume darstellte. Während der gesamten Dauer der Performance verzichteten die Künstlerinnen auf jeglichen Kontakt mit Kommunikationsmedien (Telefon, TV, Radio, Internet, Bücher, Zeitungen etc.) und sie sprachen auch nicht. Dennoch führten sie ein durchgehendes Gespräch, welches sie langsam und aufwendig auf drei verschiedene Kleider stickten und einander zuschickten.

Die Künstlerinnen trugen im Verlauf der Performance diese Kleider und tauschten sie, einem klaren System folgend, mit jedem Informationstransfer untereinander aus. Dazu benutzten sie ein zur Installation gehöriges Transportsystem aus Wäscheleinen und Seilzügen.

Die Performance war jederzeit öffentlich. Die Räume waren von Außen einsehbar und konnten vom Besucher betreten werden. Am Ende fand eine Finissage statt, bei der die Performance und das dabei geführte Gespräch, das dann auf drei Kleider verteilt gestickt war, zur Diskussion gestellt wurden.

Devotion (dt: Unterwerfung, aber auch Hingabe) greift ein traditionelles weibliches Kommunikationsritual auf. Weibliche Vergesellschaftung beim Spinnen, Federschleißen, Sticken und ähnlichen Handarbeiten fungierte gemeinhin auch als Kommunikationsbörse, als Ort des Klatsches, der Anzüglichkeiten und des Informationsaustausches. Devotion verfremdet ein solches Ritual, indem die verbale Kommunikation überhaupt erst durch die Handarbeit entsteht.

Es geht dabei aber nicht um Nostalgie, sonder darum, durch Effekte der Verfremdung und extremen Verlangsamung das Wechselspiel von Körper, Bewegung, Raum, Sprache und Medium in neuer Form greifbar zu machen. Die Performance sucht so der gegenwärtig beobachtbaren rasanten Beschleunigung von Kommunikationsabläufen, die zu einer Entkörperlichung tendieren, ein körperintensives Modell entgegenzusetzen, bei dem Grundbedingungen zwischenmenschlichen Austausches untersucht und diskutiert werden können.

 

 

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