Fotografie, 2011
Zusammenarbeit mit Emma B.
@ Folge der Generationen, Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst, Dresden

Inszenierte Fotografie und Texte: 6 Inkjetdrucke auf Aludibond, je 60 x 40 cm und 6 Texttafeln (Druck auf Aluminium), je 14 x 20 cm

Für die Ausstellung Folge der Generationen @ Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst in Dresden geschaffen.

Ein Spätsommernachmittag, wir haben einen Plan. Alle sind an diesem Nachmittag weg und wir haben die Bude für uns allein: die Mietwohnung in der Oberlausitz, welche die Familie schon seit fast einem halben Jahrhundert bewohnt. Voller Zeug, voller Geheimnisse, voller Versteckmöglichkeiten. Wir erkunden, wir dokumentieren, wir kichern und wir arbeiten schnell. Wir wollen diesen gemeinsamen Moment festhalten – unsere Zeit zusammen, unser Projekt, unser Spiel: „Ich sehe was, was du nicht siehst!“

Nach unserer Aktion in der Wohnung ihrer Großeltern haben Emma B. und ich mehreren Familienmitgliedern die Fotos gezeigt und sie gebeten, zu sagen, was auf dem Bild zu sehen ist. Zu Emmas Erstaunen und Freude haben ihre Verwandten meistens nicht erkannt, dass dort etwas anders als sonst ist (nämlich dass sich Emma in jedem Raum/Bild versteckt hat): Sie sehen das, was sie dort erlebt haben. Die jeweils neun verschiedenen Bemerkungen zu jedem Foto sind natürlich sehr subjektiv: voller Erinnerungen, Gefühle, Entschuldigungen, Andeutungen. Über das Sichtbare hinaus werden den Ausstellungsbesuchern so weitere Dimensionen der privaten Räume eröffnet.

Kuratieren / Projekt & Foto / Video / Installation, 2010
Kunstsammlungen Zwickau

Im Jahr 2010 wurde ich für die Konzeption, Gestaltung und Ausführung einer großen Ausstellung zu Robert Schumanns 200. Geburtstag in die Zwickauer Kunstsammlungen eingeladen. Meine Aufgabe war es, die Rezeption Robert Schumanns und seiner Musik in der bildenden Kunst vom 19. bis zum 21. Jahrhunderts zu präsentieren. Die Museumsleiterin Petra Lewey wollte mit dieser Ausstellung „einmal den Versuch wagen, sich dem Komponisten nicht nur theoretisch, also kultur- und rezeptionsgeschichtlich zu nähern, sondern mit Strategien der zeitgenössischen bildenden Kunst, um Robert Schumann und seine Musik auf ungewohnt visuell emotionaler Ebene erlebbar zu machen.“

Für Seit ich ihn gesehen – Reflexionen zu Robert Schumann in der Kunst (dokumentiert im gleichnamigen Ausstellungskatalog) habe ich ca. 250 sehr heterogene Objekte und Kunstwerke aus verschiedenen Sammlungen und Schumann-Interpretationen aus Kunst, Literatur, Film, Kunstgewerbe und Alltag in sieben Themenräumen arrangiert und mit meinen eigenen künstlerischen Gedanken und Positionen in Berührung gebracht, manchmal konfrontiert. Mir war es wichtig, die kunsthistorische Rezeptionsebene mit der ganz konkreten Präsenz Schumanns in der Gegenwart zu verbinden.

Um eine Reihe neuer Kunstwerke für die Ausstellung zu erarbeiten, habe ich mit verschiedenen Menschen (Musikwissenschaftlern, Sammlern, jungen Musikern, Musikliebhabern, Schülern und Studierenden) gearbeitet. Entstanden sind Foto- und Videoarbeiten (u.a. acht Musikvideos zu Liebesliedern von Schumann, in Zusammenarbeit mit Jugendlichen geschaffen), Rauminstallationen, ein Plakatwettbewerb („Robert!“, eine fiktive Image-Kampagne für Robert Schumann) sowie interaktive digitale Arbeiten (u.a. eine Zusammenstellung von YouTube-Videos, über ein Flash-Interface steuerbar). Einige dieser Arbeiten wurden nach der Ausstellung vom Robert-Schumann-Haus in Zwickau angekauft und dauerhaft installiert.

Ein lebendiges Begleitprogramm bot mehrere Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken: Z.B. bei dem „Tango Schumann“-Workshop mit dem Londoner Performance-Künstler Anthony Howell und der südafrikanischen Tänzerin Lindi Köpke (Siehe Tango Schumann).

MEHR über die beteiligte Institutionen:

Performance, 2008
Zusammenarbeit mit Till Ansgar Baumhauer, Maja Linke & Christoph Rodde
@ WAS IST DAS WERT, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Die Performance durch und durch, für das Kunstfest WAS IST DAS WERT in Hellerau konzipiert, spielt mit Spannungen zwischen Erinnern & Vergessen, zwischen Privatsphäre & öffentlichen Räumen, sowie zwischen starken Emotionen & formalisierten Handlungen.

Zwei Wochen lang bewegten wir uns durch die Stadt Dresden (z.B. mit öffentlichem Nahverkehr), hielten uns an öffentlichen Orten auf (z.B. Haltestellen, Parkanlagen, Museen, Einkaufspassagen) und widmeten uns dabei stets zwei Tätigkeiten: wir stickten und wir führten ein Gespräch. Gestickt wurden Bildmotive, die mit persönlichen Verlusten zu tun haben, gesprochen wurde über private Überlegungen und Erfahrungen.

Im Vorfeld der öffentlichen Performance wählten wir entsprechende Bilder aus, die für uns jeweils „Verlust“ darstellten, und wandelten sie zu stickbaren Mustern um. Egal ob bereits erfahren oder bloß gefürchtet: Der Verlust wurde dabei zum Rohstoff sozialer, handwerklicher und künstlerischer Arbeit, wodurch eine gewisse Aufwertung erfolgte. Diese vollzog sich bereits durch die Investition von Zeit und Arbeit – ein Aufwand, der bei dieser mühsamen Bildreproduktionsmethode immens war.

Typisch private Handlungen wurden nicht nur öffentlich durchgeführt, sondern auch offensichtlich und ungewöhnlich inszeniert. So war die Performance ein Mittel, um die Wirkungskraft einer traditionell weiblichen Form der Vergemeinschaftung und Kommunikation durch Arbeit ironisch zu erproben.

MEHR zu den beteiligten Künstler_innen und Institutionen:

Installation, Fotografie, Video (Denkmal für die Schriftstellerin Irmtraud Morgner), 2008
Stadtbibliothek Chemnitz (dauerhaft installiert)

Vier inszenierte Fotografien in Leuchtkästen (je 60 x 40 cm) und ein digitales Nachschlagewerk (Bilder, Texte, Videosequenzen)

Als Denkmal für die Schriftstellerin Irmtraud Morgner in ihrer Geburststadt Chemnitz habe ich die Arbeit Irmtraud Morgner Lesen gemacht, die eine spielerische Interpretation ihrer Arbeiten und Ideen bietet, um das Publikum zu motivieren, mehr über die Autorin und ihr Werk zu entdecken.

Über einen längeren Zeitraum habe ich mit vielen Mitwirkenden gearbeitet. Gemeinsam haben wir Elemente, Szenen und Bilder aus dem literarischen Werk Irmtraud Morgners neu imaginiert, neu kombiniert und neu geschaffen. Zentrale Themen Morgners (z.B. utopische Ideale, Feminismus, die kulturpolitische Situation in der DDR) wurden durch diesen konzeptionellen Prozess aufgenommen und für die Kamera inszeniert.

Das Denkmal ist nun in der Stadtbibliothek Chemnitz zu finden, bestehend aus drei Elementen: „Lesen“, „Nachlesen“ und „Vorlesen“.

Der Bereich „Lesen“ präsentiert die Fotos und fordert die Besucher auf, sie zu „lesen“. Eine einfache, Flash-basierte Navigation führt Besucher zu weiteren Informationen, in drei Bereiche untergebracht:

Bei den Inszenierungen haben Thilo Fröbel (Kamera) und Robert Thiele (Video, Assistenz) mitgearbeitet.
Eine Ausstellungskopie von Irmtraud Morgner Lesen wurde bereits zweimal ausgestellt, zuletzt in der Ausstellung „Entdeckt! Rebellische Künstlerinnen in der DDR“, Kunsthalle Mannheim, 2011.

MEHR:

(Übersetzung: “Gesundschrumpfung”)
Video / Installation, 2007
@ American Beauty, galerie baer, Dresden

Nachdem ich bereits in zwei Arbeiten, public attic / ausgestellter speicher und portable attic, die Gründe untersucht hatte, warum etwas aufbewahrt oder weggeworfen wird, richtete ich den Fokus auf meine eigene persönliche Geschichte und entwickelte die Arbeit downsizing.

Als ich 1999 nach Deutschland zog, lagerte ich einige meiner Habseligkeiten in den USA ein und ließ sie zurück. Im Jahr 2006 baten mich meine Eltern, meine Sachen zu holen. Diese sortierte ich in zwei Gruppen – die Sachen, die ich mitnehmen konnte und die, die ich entsorgen musste. Ich nahm genau soviel (Größe, Gewicht) wieder mit, wie es die Fluggesellschaft erlaubte.

Die Installation downsizing nutzte Gegendstände, Bilder, Texte und Video, um die Geschichte dieses Vorgangs – und die Geschichten hinter den Objekten – darzustellen.

Although the content was indeed autobiographical, the form and tone of the work was somewhat ironic, a bit quirky, and intentionally melodramatic.

Obwohl der Inhalt schon autobiografisch war, die Form und der Ton der Arbeit war eher ironisch, ein bisschen merkwürdig und absichtlich melodramatisch.

So hieß die Gruppe Gegenstände, die ich mit nach Deutschland nahm, „the survivors“ („die Überlebenden“). Diese Dinge – samt Koffer und Transportkisten – wurden in ihrer banalen Verletzlichkeit in der Galerie ausgestellt, begleitet von einer Dokumentation, welche die Gründe, weshalb sie „gerettet wurden“, preis gab.

Andererseits wurden die Sachen, die entsorgt werden mussten, als „the sacrificed“ („die Opfer“) bezeichnet. Selbstverständlich konnten diese nicht gezeigt werden und waren deshalb nur als Sujet des Videos anwesend. Zuschauer konnten über meine Schulter schauen und zuhören, als ich Texte vorlas, die an die entsorgten Gegenstände adressiert waren und jede Menge (triviale) autobiografische Details enthielten.

Inszenierte Fotografie (Kunstwerk im öffentlichen Raum), 2006
@ Oschatz 51,3° / 13,1°, das Kunstprojekt der 4. Sächsischen Landesgartenschau, Oschatz

4-teilig, jeweils 2 Fotografien an 2 Standorten, je 100 x 80 cm; kaschiert auf 12 mm ESG-Glasscheiben (120 x 180 cm), mit Edelstahlhalterung auf Betonfundament

Gemeinsam mit 78 Bewohnern von Oschatz und Umgebung habe ich im Herbst 2005 vier inszenierte Fotografien erarbeitet. In den Bildern manifestieren sich die in meinen Recherchen vor Ort gewonnenen Erkenntnisse darüber, wie „die Natur“ in der Stadt und in der unmittelbaren Gegend wahrgenommen, genutzt und gepflegt wird – ein Bereich, wo verschiedene Projektionen konkurrieren und wo sich Interessen kreuzen.

Auf dem Areal der Landesgartenschau Oschatz 2006 wurden diese großformatigen Bilder im Freien – d.h. mitten in der gestalteten Natur – präsentiert, sind über die Landesgartenschau hinaus aber als Kunstwerk im öffentlichen Raum Oschatz geblieben. Als Ergebnis des Projekts kommen nicht nur die Bilder als Gegenstände im Raum in Betracht, sondern auch immaterielle Produkte, wie der soziale Prozess ihrer Entstehung, der Gesprächszusammenhang, das interaktive Moment und das Fortwirken der Auseinandersetzung.

Die sehr offensichtliche „Hyper-Inszenierung“ (Christina Töpfer) und die dicht arrangierten Szenen sollten nicht (nur) humorvolle Effekte hervorbringen, sondern deuten auch auf Auseinandersetzungen und Spannungen vor Ort. So enthalten die Fotos auch viele Details und Andeutungen, welche nur die Ortsansässigen verstehen können. Zum Beispiel sind die Menschen, die in jeder Inszenierung direkt in die Kamera schauen und ein mit zustimmender Botschaft bedrucktes T-Shirt tragen („Das finde ich ganz sinnvoll“, „Ich habe Freude daran“, „Damit habe ich kein Problem“, „Ich bin zufrieden“) eine Anspielung auf Geschehnisse in Oschatz, von denen mir erzählt wurde.

Die vier inszenierten Fotografien wurden im Stadtpark Oschatz und auf zwei landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Umgebung von Oschatz aufgenommen. . Es haben Thilo Fröbel (Kamera) und Robert Thiele (Video, Assistenz) mitgearbeitet, mit denen ich bereits 2004 für Pflege: Zwischen Zwangshandlung und kultureller Heldentat gearbeitet hatte.

Installation (Fotografie, Video, Ton, Texte & Objekte), 2006
@ Depot der Gegenwart, Stadtmuseum Dresden

public attic / ausgestellter speicher ist eine Arbeit über das Sammeln, Aufbewahren und Entsorgen, die Ausgelagertes wieder sichtbar macht und Erzählungen sich entfalten lässt.

Für diese Arbeit habe ich 34 Personen besucht, die bereit waren, mir Objekte aus ihren gelagerten Beständen zu zeigen. Wir unterhielten uns über diese Gegenstände und sie erzählten mir, warum sie die Sachen auf dem Dachboden aufbewahren. Ich habe verschiedene Medien genutzt (z.B. Fotografien, Video- und Tonaufnahmen), um diese Gegenstände zu ’sammeln‘ und den ‚ausgestellten Speicher‘ zu konstruieren. Die Rauminstallation evozierte den Charakter eines Dachbodens und die Besucher durften auch tatsächlich darin stöbern.


Der ‚ausgestellte Speicher‘ war ab der Eröffnung der neuen ständigen Ausstellung des Stadtmuseum Dresden für sechs Monate im Depot der Gegenwart zu Gast.

An den Außenwänden dieses Ausstellungsraums waren die Befragungsbögen zu sehen, welche bei jedem Dachbodenbesuch ausgefüllt worden waren. Darauf beantworteten die Dachbodenbesitzer bzw. –benutzer meine Fragen zu den Objekten, die sie mir zeigten. Verschiedene Gründe zum ankreuzen (z.B. Erinnerung / Überraschung, narratives Potential, Investition, Zusammenhang mit einem starken Gefühl, Platzerwägungen, Pflichtgefühl usw.) sollten helfen, die Frage zu beantworten: „Warum wurde der Gegenstand ausgelagert?“ (siehe einen der 34 Fragebögen).

In der Rauminstallation befanden sich viele Kisten und Koffer, welche Objekte beherbergten, die ich von einigen Dachbodenbesitzern mitgenommen hatte und dem Publikum zugänglich machen durfte. Die Fotos wurden direkt auf die mit MDF-Platten verkleideten Wände bzw. auf die Kartons angebracht, das Videomaterial auf zwei Monitoren (mit Kopfhörern) präsentiert. Neben einem Sessel in der Ecke war eine Tonaufnahme zu hören – eine Auflistung aller Gegenstände, die ich für den Dachboden ‚gesammelt‘ hatte, in den Worten deren Besitzer ausgedrückt (Sprecherin: Kerstin Katrin Birn).

Ab und zu im Laufe der Ausstellung wurden neu gesammelte Objekte sowie neue Erzählungen ‚auf den Dachboden‘ gebracht. Der Katalog (48 Seiten, Deutsch und Englisch) für public attic / ausgestellter speicher beinhaltet persönliche sowie kritische Texte zum Thema, wie auch Bilder und Erzählungen.

MEHR über die beteiligte Institutionen:

LESEN Texte aus dem Ausstellungskatalog:

Inszenierte Fotografie, Video, Performance und Installation, 2004
Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst, Dresden

Die Inspiration für die Arbeit Pflege: Zwischen Zwangshandlung und kultureller Heldentat lieferte das Jahrhunderthochwasser in Dresden (August 2002). Als die Depots der Dresdner Museen bedroht waren und schließlich auch geflutet wurden, trugen Kuratoren und unermüdliche Helfer Sachsens Schätze hoch in die Ausstellungsräume. Den unvergesslichen Bildern des heroischen Einsatzes, die in den Medien kursierten, folgten unzählige Abbildungen von Menschen bei der Pflege von „kulturellem Erbe“ sowie von anderen (auch banaleren) Gegenständen. Mich interessierte vor allem die Inszenierung dieser ‚pflegerischen Handlungen‘ für die Kamera: der Blick, die Gesten, die Haltung.

Ich fertigte eine umfangreiche Sammlung solcher Fotos aus der Zeitung an (die den Grundstein für diese Arbeit legte) und konzipierte, zusammen mit sechs jungen Studentinnen der Kunsthochschule in Dresden (HfbK), eine Reihe von Inszenierungen zum Thema. Die entstandenen Fotografien und das „making of“-Videomaterial wurden mit weiteren Bildmaterialien, Objekten und Film/Videoarbeiten in eine knapp 500 m² große Installation zusammengeführt.

Während der zehntägigen Ausstellung haben wir den Raum kontinuierlich verändert bzw. weiter definiert durch unsere tägliche ‚pflegerischen Maßnahmen‘ (Performances). Die Möglichkeit einer aktiven Teilnahme wurde von vielen Besuchern wahrgenommen.

Die verschiedenen Elemente dieser Ausstellung kommentierten sich wechselseitig bzw. ließen sich assoziativ aufeinander beziehen. Spurbar wurde dabei immer wieder der Zusammenhang von „Pflege“ und einer performativen Vorführung von Identität, wie auch die Obsessivität solcher Beschäftigungen.

Bei den Inszenierungen haben Thilo Fröbel (Kamera) und Robert Thiele (Video, Assistenz) mitgearbeitet.

LESEN Texte zu dieser Arbeit:

MEHR über die am Projekt Beteiligten:

Kuratieren / partizipatorisches Projekt, 2012
Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst, Dresden
Zusammenarbeit mit dem Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

„Die Sammlung ist öffentlich, also gehört sie uns. Mal schauen, was wir haben!“

Ausgehend von dieser Idee habe ich verschiedene Bürger/innen der Stadt Dresden eingeladen, mit mir über Kunst zu sprechen – was sie mögen, was sie gern sehen würden – und mit meiner Hilfe ein Experiment zu wagen. Ich bat sie, Kunstwerke aus der Sammlung des Kunstfonds auszusuchen und als (Kunst-)Laien eine Ausstellung zu kuratieren. Zusammen mit fünf unterschiedlichen Gruppen von Menschen, die sonst nicht (beruflich) mit Kunst zu tun haben, entwickelte ich eine jeweils eigene Ausstellungsidee, die einen Teil der Gesamtpräsentation in der Motorenhalle bestimmt hat.


Insgesamt suchten die Projektteilnehmer fast 90 Grafiken, Gemälde, Fotografien, Plastiken, Videos, Objekte und Installationen aus der Zeit von 1949 bis 2010 aus dem Bestand des Kunstfonds aus. Silke Wagler, Leiterin des Kunstfonds, schrieb dazu: „Von Bedeutung ist, dass darunter nicht wenige Arbeiten zu finden sind, die lange nicht zu sehen waren und die ohne dieses besondere Projekt vermutlich auch für die nächste Zeit keine großen Chancen gehabt hätten, ausgestellt zu werden.“

Bei ihrer Auswahl suchten die einzelnen Gruppen Kunstwerke, die ihren ganz unterschiedlichen Erwartungen an Kunst entsprachen. Meine Rolle als Künstlerin und Projektinitiatorin war es, sie dabei zu unterstützen und zu beraten sowie eine Vorauswahl für jede Gruppe im Depot des Kunstfonds auszusuchen. Die Projektteilnehmer haben sich jeweils einen Titel für ihre Auswahl von Kunstwerken ausgedacht, sowie eigene kleine Texte für die Ausstellung verfasst:

Tatsächlich war nicht jede Gruppe mit den vorhandenen Kunstwerken der Sammlung zufrieden. Der Gruppe mit den jüngsten Teilnehmerinnen (Blue Pearls Cheerleader) fiel es schwer, die gewünschten lebensfrohen, dynamischen, optimistischen Gruppenbilder zu finden.

Das nahm ich als Anlass, um eine eigene neue Arbeit zu schaffen. Ich habe die von den Blue Pearls aufgestellten Kriterien spielerisch als „Auftrag“ wahrgenommen, den ich versucht habe, zusammen mit den Cheerleadern umzusetzen. Ich konzipierte und organisierte einen Auftritt der Cheerleader im Pflege- und Seniorenheim Clara Zetkin (DRK Dresden), wofür die jungen Frauen eine eigene Choreografie kreierten. Diese Performance habe ich, zusammen mit dem Fotografen Thilo Fröbel, fotodokumentiert. Aus diesen Fotos habe ich dann das neue Kunstwerk, *gold* geschaffen (Abbildung rechts unten). Die Fotomontage (in einem Leuchtkasten) wurde dann Teil der Ausstellung Mal schauen! Laien wählen Kunstwerke aus dem Depot.

MEHR über die beteiligte Institutionen:

LESEN Texte zu dieser Arbeit:

(Übersetzung: „Die Kraft der Vernunft“)
IN ARBEIT                                                                                                                                                        
Performance

Die Tanztheater-Performance Reason’s Muscle widmet sich spielerisch zwei Fragen: 1) Wird die Welt besser oder schlechter? 2) Wenn sie doch besser wird, was treibt den Fortschritt an?

Das Stück inszeniert einen Dialog zwischen dem Kognitionswissenschaftler und Linguisten Steven Pinker und seiner Frau, der bekannten Philosophin Rebecca Newberger Goldstein. Der Dialog basiert auf beider Schriften und Forschung und untersucht philosophische Fragen der Moral und der menschlichen Natur. Auf der Bühne interagieren Tänzer mit den Sprechern. Als ‚rhetorisches Werkzeug‘ begleiten, kommentieren und erläutern sie tänzerisch die Aussagen. Ab und zu stören das Gespräch humorvoll und produktiv, das Tempo des Diskurses beeinflussend. Dadurch bekommt das Publikum die Möglichkeit, der angeregten Debatte besser zu folgen.

Teile des Skripts werden in Werkstätten weiterentwickelt. Der daraus entstehende Text wird von professionellen Künstlern schauspielerisch und choreografisch auf der Bühne umgesetzt.